Westernreiten
Cowboy-Romantik? Hauptsache Hut ,Stiefel und Sporen? Rodeo?
Von "ich reite jetzt western" zum "Trainer C Westernreiten" ...
Im Jahre 1995 begann ich mich für die Westernreitweise zu interessieren, fand das cooler und lässiger und vor allem einfacher und tauschte meinen bisherigen klassischen Vielseitigkeits-Sattel mit einem billigen Westernsattel und steckte meinem Pferd eine starre Western-Kandare für die einhändige Zügelführung ins Maul! Ich lenkte einhändig indem ich gegen den Hals drückte und ritt nur noch am losen Zügel und meinte nun ein Westernreiter zu sein! :-)))juhu "ich reite jetzt western!"
Mein halbjähriges Praktikum `1996 im Trainingsstall Leckebusch
belehrte mich eines besseren, denn es ließ mich weit hinter die Kulissen der Westernreitsportszene schauen! Dort begegnete ich den "echten" Westernpferden wie Quarter Horses, Paint-Horses und Appaloosas. Ich bewunderte schnell ihre bequemen Gänge und idealen körperlichen und charakterlichen Vorraussetzungen für das Westernreiten. Das Reiten selber bekam ich so tag-täglich mit bzw. wurde durch Lutz Leckebusch und Unterricht bei Gary Marble so langsam eingeführt.
Ich saß auf sehr sehr vielen verschiedenen Pferden unterschiedlichen Alters und Ausbildungsstandes. Neues probierte ich selbstverständlich sofort mit Priska aus! Mir wurde schnell klar, daß hier nicht spazieren geritten wird, sondern knallhart trainiert wird, wenn auch mit, mir ganz neuen Methoden und Trainingsinhalten.
Wichtigste Erkenntnis war, daß Westernpferde nicht grundsätzlich mit Kandare und einhändig geritten werden, sondern zunächst mit ganz einfach Gebiss - snaffle bit beidhändig ausgebildet werden und das sicherlich nicht nur am losen Zügel! Außerdem wurde mir klar, daß das Westernreiten schon sehr populär in Deutschland ist und seine eigene Szene mit Verbänden und Vereinen hat, sowie große Turniere und Veranstaltungen disbezüglich überall stattfinden! Leider wurde mir auch die Illusion genommen, daß Westernreiten einfacher und pferdefreundlicher oder besser ist! Jede Reitweise ist nur so gut wie sie betrieben wird bzw. wie pferdeschonend man sie in der Praxis anwendet. Auch hier gibt es sehr harte und unfaire Trainer, die die Pferde schinden und nur an den schnellen Erfolg denken.
Aber um nicht alles negativ darzustellen-ich habe beim Praktikum viele neue Erkenntnisse gewonnen wie man Pferde trainiert, wie sie gut motiviert mitarbeiten und wie man auch pferdeschonend zum Erfolg gelangt, wie man den Spaß am Reiten behält und nicht nur leistungsorientiert auf dem Pferd sitzt! Man kann auch vieles zunächst vom Boden aus trainieren und sich später beim Reiten zunutze machen. Hier habe ich soviele Stunden damit verbracht möglichst viel mit den Augen festzuhalten und in mich aufzunehemen, zu verstehen und zu behalten, umzusetzen und festzuhalten. Trainingsalltag und Turniergeschehen habe ich miterlebt, und bin sehr dankbar, daß mir soviele Möglichkeiten gegeben und soviel Vertrauen entgegen gebracht wurde, überall mitzuwirken und dabeisein zu dürfen. Auch mit dem Anreiten von Jungpferden wurde ich hier vertraut und bekam eine Vorstellung auf was es ankommt und wie man dem Pferd gemeinsam Fortschritte erzielt. . .
Im großen und ganzen begann hier erst mein Reiten ...denn erst da habe ich verstanden was es heißt Pferde auszubilden und zu trainieren. Fortan habe ich gelesen und probiert und geschaut und studiert, so gut ich eben konnte mich selber geschult...
Mein Jungpferd habe ich `2000 selber angeritten und ausgebildet! 
`2001 bestand ich die Prüfung für den Basispass Pferdekunde & das Westernreitabzeichen Bronze bei der EWU mit El Jarubin.

Stallturnier `2007
ich habe grundsätzlich keinerlei Turnierambitionen,
aber beim Stallturnier zählt der Fun-Faktor

Pause


Trail - das Tor

Trail - die Brücke

Trail - rückwärts durch die Pylonen

Trail - Stangenhinderniss

Trail - Seitengang

Horsemanship - alle warten

Horsemanship



Abreiten


Barrel Race - gelbe Tonne


Barrel Race - rote Tonne

Barrel Race - blaue Tonne
Endspurt............... 5. Platz 
Das Training




Springen im Westernsattel

Roll-back



Juni `2008
"Jede Erkenntnis ist ein vorläufiger Blickwinkel, der mich bis zum nächsten vorläufigen Blickwinkel begleitet." Romana Prinoth Fornwagner
Stallturnier 2009 klick hier
*********************************************************
2010,
Ausbildung zum Trainer C Westernreiten

Der Vorbereitungslehrgang ist vorbei und ich möchte hier kurz meine Erfahrungen und Eindrücke berichten.
Die Reitanlage Dreisteinenhof ist traumhaft im schönen Westernwald bei Hennef gelegen. Ninja Kimmel hat uns freundlich begrüsst und unsere Pferde gut untergebracht. Die tolle Reithalle bietet ideale Trainingsbedingungen. Marina Perner ist eine kompetente und freundliche Ausbilderin, mit der das Lernen einfach Spaß macht! Pferdegerechter Umgang und Ausbildungsmethoden stehen an erster Stelle!
Fachlich ist alles auf den Richtlinien der FN für Reiten und Fahren aufgebaut. Lediglich westernspezifische Manöver und Lektionen haben ihre eigene Hilfengebung. Die Zielsetzung ist ganz klar definiert:
Einfach gut reiten! Bin auf nette Mitteilnehmerinnen gestoßen und neue Freundschaften wurden geschlossen! Rubi hat sich gut benommen, war ruhig und lief artig und arbeitsfreudig. Er wurde als "Eyecatcher" bezeichnet, da er eine so schöne Ausstrahlung hat. Er wurde als gut geritten bezeichnet wobei er hier und da mogelt, wohl aufgrund seiner leichten Faulheit! ;-) Verbesserungen gibt es natürlich immer, an mir und Pferd. Aber dafür bin ich ja dort. Mein Unterricht war fachlich korrekt, und ist gut angekommen.
Dankeschön für die schönen, lehrreichen 2 Tage!
Training zuhause
Trainer C Lehrgang Teil I
Oh man war das toll! Anstrengend für Kopf und Hintern, aber einfach nur viel gelernt!
Marina hat eine super Art zu vermitteln und die lockere Athmosphäre hat das Lernen sehr erleichtert!
Theorie war gut verständlich und umfangreich! Themen wie Sportlehre und Reitlehrerkompetenzen, aber auch Ausbildungsskala des Pferdes und Pferdehaltung wurden erörtert.
Beim Reiten wurde Wert auf den zeckwässigen aber auch gut ausschauenden Sitz des Reiters gelegt, sowie die korrekte Stellung und Biegung des Pferdes wurde erarbeitet. Westernmässige Kopf -Halshaltung mussten bei uns verbessert werden, da Rubi dazu neigt im Genick zu eng zu werden.
Seine Faulheit und wurde durch fleissiges Vorwärts verbessert.
Unser Training bezog sich auf die Horsemanship Aufgabe und den Trail den wir in der Prüfung reiten werden!
Unterrichsterteilung ist trotz allem das schwerste Fach! 3 Leute gleichzeitig im Auge zu behalten und diese gut zu korregieren und zu fördern ist eine grosse Herausforderung, weil man ja jedem gerecht werden muß ohne in den Einzeunterricht zu verfallen. In der sehr grossen Halle ist lautes Sprechen eines meiner größten Probleme.
Der Reitlehrer muß immer den günstigsten Standort wählen, um Hilfengebung und Einwirkung seiner Schüler bestmöglich zu beobachten, außerdem aus Sicherheitsaspekten um alle im Blick zu haben und selbst nicht in Gefahrenzonen zu stehen!
Marina hat uns auch gut informiert wie wir unsere Lehrprobe zu schreiben haben!
Mein Thema lautet: Entwicklung der Hinterhandwendung aus dem Vorwärts (klassisch und western)
Wunderschöne Fotos hat sie von uns gemacht! Danke dafür!
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil, wenn ich auch zugeben muß etwas aufgeregt zu sein!
Fotogarfiert von Marina Perner
El Jarubin mehr Ohrenspitzen geht nicht! ;-)
Trainer C Lehrgang Teil II
El Jarubin lahmt! Leider hat sich Rubi irgendetwas an der Sehne zugezogen und kann nun nicht mit zum
2. Teil des Lehrgangs mitkommen! Nun bleibt mir nichts weiter übrig, als El Corazón mitzunehmen und zu schauen, ob er den Anforderungen dort gewachsen ist! Wir haben natürlich schon ein wenig trainiert und ich muß sagen er macht sich ganz gut! Ob es für die Prüfung reicht, kann ich momentan nicht sagen.
Ich lasse meine Trainerin entscheiden, wenn sie uns gesehen hat!
Trainer C Lehrgang Teil II und Prüfung am 05.09.2010
Bestanden! Endlich habe ich es geschafft! Eine offizielle Auszeichnung Trainer C Westernreiten! :-)
Da hat sich die wochen- und monatelange Trainiererei, Lernerei, Schreiberei und der ganze Stress der ganze Aufwand und letztlich auch die Investition von Zeit und Geld gelohnt!
Und das trotz einiger zusätzlicher Schwierigkeiten wie zwischen den Kursen der Umzug und dann auch noch der Ausfall von Rubi! El Corazón hat seinen ersten öffentlichen Auftritt hervorragend gemeistert!
Er war mit das jüngste Pferd, welches teilgenommen hat und hat ab dem 2. Tag wunderbar mitgemacht!
(Am ersten Tag war er sehr aufgeregt und ablenkbar! Eine soooo große Halle hatte er auch noch nie gesehen! Außerden hatte er schnell fast zu enge Freudnschaft mit Ronja geschlossen, was nicht alles erleichterte! Ich bin stolz auf ihn, wie er sich gezeigt hat und, daß er in so kurzer Zeit so viel gelernt hat! Daß er den ganzen Stress so toll geggesteckt hat liegt sicherlich auch an unserer guten Beziehung zueinander! Mehrmals täglich reiten war er noch garnicht gewöhnt! Er hat super durchgehalten und mich nicht enttäuscht! Danke Zonimann! ;-)
Am Prüfungstag kam dann doch eine ganze Menge Nervosität und Anspannung bei mir hinzu, denn unter den strengen Augen von EWU und FN Richtern zu reiten, zu unterrichten und zu allem Fragen zu beantworten war schon aufregend! Glücklicherweise waren wir durch Marina bestens vorbereitet.
Jetzt heißt es nur noch warten, bis das Zeugnis mit der Post kommt!
Endlich.... da ist es! Bin zufrieden mit den Noten, weiß ich doch wie sie zustande gekommen sind!
Mit Zoni jeweils eine 3 in Trail und Horsemanship zu erreichen ist super! Die schriftliche Lehrprobe hätte besser sein können, wenn ich sie zuhause geschrieben hätte und nicht in 4 Nächten auf dem Lehrgang! ;-)

********************************************************************************
Westernreitlehre
Für alle die immer noch meinen, Westernreiten sei einfach loser Zügel und lässiger Sitz...
Wie soll man bitte ein Pferd ausbilden, ohne es an die Hilfen zu stellen, es einzurahmen, es durchlässig für jegliche Art von Gewichts-, Schenkel-und Zügelhilfen zu machen, es sinnvoll zu gymnastizieren?
Es muß genauso die Ausbildungsskala des Pferdes durchlaufen und lernen ans Gebiss heranzutreten, erst dann ist es möglich das eigentliche Ziel der Westernreitweise die Selbsthaltung am losen Zügel zu erreichen!
Dazu gehören die gleichen Hilfen wie sie die FN fürs Reiten vorgibt! Es ist daher wirklich egal, ob ich englisch oder western reite, hauptache ich reite gut! Die Zielsetzung ist letztlich dann doch eine andere sowie die gerittenen Manöver und Disziplinen.
Juni 2011
El Corazón geht nun bereits ab und zu einhändig mit Westernbit
2012
Gedanken
Ein wenig mehr Légèreté auch im Westernreitsport!
Denn auch hier sieht man leider viel zu oft harte Reiterei mit viel zu viel Sporeneinsatz und Gezerre an den Gebissen mit Hebelwirkung! Eingerollte Pferde und Pferde die auf der Vorhand latschen , weil hauptsache Hals und Nase tief und langsamste Gangart!
Auch Westernpferde dürfen leichtgetrabt werden und mal mit Schwung vorwärts traben!
Auch diese Pferde sollten gesund geritten werden!
Wenn ich damals vom Westernreiten geträumt habe, dann von leichter Zügelführung, mit einem rittigen, sich willig auf leichte Hilfen bewegendes Pferd, welches impulsartige Hilfen versteht und als Partner mit seinem Reiter agiert. Spaß soll es machen und schön anzusehen sein! Natürlich soll es sein, und nicht so verkommen wie manches Westernreiten (besonders das turnierorientierte) mit Pferden die ständig im Maul rumgeruppt bekommen weil die Nase nicht tief genug ist usw...die fast oder sogar vor die Wand stoppen müssen...warum artet das alles so aus?