Philosophie

Hier auf meiner homepage werde ich sicherlich nicht anfangen zu erklären wie man reitet, und was richtig und was falsch ist...dazu gibt es ausführliche Fachliteratur und Infos von entsprechenden Autoren, deren Wissen ich hier nicht kopieren und darstellen möchte. Wer sich dafür interessiert dem stehen genügend Medien zur Verfügung sich zu informieren! Am besten sucht man sich einen kompetenten Trainer seines Vertrauens!

Mir geht es vielmehr darum eine bzw. meine persönliche Einstellung zu Pferden darzustellen, und meine persönlichen Erfahrungen und Denkansätze zu erklären.
Dem Interessierten einen Einblick zu gewähren in das, was mich beschäftigt, bewegt und letztlich motiviert, dieses auch zu vermitteln und damit weiterzugeben! 

Reiten bedeutet für mich Kommunikation mit einem Pferd nicht unbedingt auf verbaler Ebene sondern durch Körpersprache-genauer gesagt Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen unterstützt durch kurze Stimmhilfen während man auf seinem Rücken sitzt.

Ziel ist es größtmögliche Harmonie zu erreichen, so daß Pferd und Reiter zu einer Einheit werden oder besser zu einem Paar, welches so fein aufeinander abgestimmt ist, daß Außenstehende oft garnichts von der dort stattfindenden Kommunikation mitbekommen, oder sie nur erahnen!

Das Pferd muß körperlich sehr gut auf seine "tragende Aufgabe" vorbereitet werden durch Gymnastizierung und Muskelaufbau.

Dies alles wird in den meisten Reitschulen hierzulande auch ausgibig gelehrt und praktisch betrieben. Die FN gibt Richtlinien fürs Reiten vor und eine Ausbildungsskala nach der ein jedes Reitpferd körperlich trainiert und ausgebildet werden soll, wenn es physisch keinen Schaden nehmen soll. Der Sinn und der Wert dieser Vorgehensweise ist gut in der Theorie und Praxis, aber leider mangelt es oft an praktisch richtiger Umsetzung und Vermittlung.                                                            

Aber eines scheinen die vielen Reiter und Reiterinnen zu vermissen, wenn sie sich nach jahrelanger Reiterfahrung im Dressur- oder Springsport oder als Freizeitreiter plötzlich nach alternativen Reitweisen oder Ausbildungsmethoden umsehen und sogar sogenannten "Pferdegurus" folgen...
die mentale Ebene -  das Training und Verständnis für das 
Lebewesen Pferd auf der psychischen Ebene!
Pferde sind doch keine Maschinen oder Sportgeräte!!!


Kommunikation fängt doch nicht erst im Sattel an, sondern dort wo man sich zum ersten mal begegnet, im Stall in der Box oder auf dem Paddock oder auf der Weide!!!

Meist funktioniert das Reiten an sich ja zufriedenstellend aber vielen wird dennoch irgendwann bewußt, daß sie am Boden doch erhebliche Dominanzprobleme mit ihrem Pferd haben oder sie schaffen sich ein Jungpferd an welches ihnen dermaßen auf der Nase rumtanzt,

 daß sie einfach gezwungener Maßen nach Lösungen suchen, die sie dann eher außerhalb des Gewohnten finden.


Sie stoßen besipielsweise auf`s Westernreiten, weil dort eher eine lockere und entspannte Art des Trainings und Umgangs mit dem Partner
Pferd vermittelt wird und zusätzlich der Aspekt der Bodenarbeit und mentalen Schulung des Pferdes in den Vordergrund rückt.
Der aufmerksame Pferdemensch kann leider auch hier erkennen, daß es genauso Defizite gibt, wie woanders auch...da es sich um eine Reitweise handelt, die aus der schnellebigen Wegwerfgesellschaft Amerika zu uns herüber gekommen ist, wird dort zwar Wert auf gut und leicht funktionierende Pferde und deren selbständige Mitarbeit gelegt, was aber keines Wegs immer nur gewaltfrei und nicht auf Kosten der Tiere erreicht wird, außerdem werden junge Pferde oft viel zu schnell zu spektakulären Manövern gedrillt und es wird wenig darauf Rücksicht genommen, ob ein Pferd dann auch den jahrelangen Beanspruchungen durch das Reiten standhält oder früh verschleißt und reituntauglich wird.

Wo es um "ganz grosses Geld" geht bleibt in jeder Disziplin das Pferd auf der Strecke!
                                         
Ganz klar-man sollte und muß kritisch auf alle Reitlehren schauen und am besten mit gesundem Menschenverstand ja sogar Pferdeverstand urteilen und sich informieren. Man sollte nie das eine in den Himmel heben und das andere verteufeln oder aus Unkenntnis ablehnen-ich denke man kann überall etwas lernen und sein Wissen erweitern, wenn man nur aufgeschlossen, aufmerksam und kritisch die Dinge beobachtet, hinterfragt und für sich und seine Ansprüche das sinnvollste herausfiltert. Wer stur einer Lehrmeinung folgt, wird blind für Entwicklung und Neuheiten, die sicherlich ja auch im Pferdesport ständig Verbesserungen für Mensch und Pferd hervorbringen. Außerdem geht es hier um lebendige Wesen, wo meiner Meinung nach auch der eigene Verstand und die eigene Meinung nicht ausgeschaltet werden dürfen!
Wer mit Pferden zu tun hat ist für ihr 
Wohlergehen
immer mitverantwortlich, und sollte nie vergessen, wie er denn überhaupt zum Pferd kam-

durch eine Faszination die von Pferden ausgeht...die zur Pferdeliebe geworden ist

....zumindest war es bei mir so!

                                                         



Juni 2011
Ich zeige hier auch ausdrücklich ältere Bilder, die teilweise nicht den aktuellen Ausbildungsstand oder meinen aktuellen Einstellungen, meinem Wissen und Können entsprechen. Damit möchte ich dokumentieren, wie man sich weiterentwickeln kann und auch sollte! Niemand ist dazu verpflichtet zeitlebens einer Einstellung treu zu bleiben oder die Dinge für immer und ewig gleich zu sehen und zu betreiben ohne Weiterentwicklung und ohne Veränderung der eigenen Ansichten, aufgrund von gesammelten Erfahrungen und Wissen.
Wenn ich vor ein paar Jahren noch sämtliche Ausbinder probiert habe, und ihre Verwendung für gut befunden habe, so habe ich durch neue Erkenntnisse Abstand davon genommen und mich alternativen Methoden zugewendet. Es hat nichts damit zu tun keine klare Linie zu haben oder keinen Plan und mal so mal so..sondern die Beschäftigung mit dem Thema Pferd und der eigenen Person als Trainer dieser Lebewesen, bringt einen zu immer mehr Erkenntnis über das so komplexe Thema Pferd und Reiten, so daß man selbst einen Prozess durchlauft der einem zu sich selbst führt, zu immer tiefergreifenderem Verständnis für die Psyche und den Körper des Pferdes. Man lernt nie aus! Solange man sich auch mit dem Pferd beschäftigt es gibt immer wieder etwas zu entdecken zu verstehen oder zu staunen. Es wandeln sich dadurch Ansichten manchmal von schwarz nach weiß und umgekehrt. Es lichtet sich die Sicht auf das wesentliche je intensiver man sich mit den Pferden befasst. Ich habe auch vieles falsch gemacht und meine eigenen Pferde mussten als geduldige Lehrer und Versuchsobjekte herhalten.

Ich möchte hier an dieser Stelle nur jeden ermutigen sich nicht imer steif und fest an etwas zu klammern nur wei es immer so war muß es nicht gut oder richtig sein! Nur weil alle es so machen muß es nicht gut oder richtig sein. Wenn man spürt etwas ist falsch oder wiederstrebt einem insgeheim, man fragt sich nach anderen Wegen oder Methoden dann ist es immer ein Zeichen, dem man Beachtung schenken sollte.
Das eigene Gefühl ernst nehmen und sich umschauen nach fachkundigen Leuten, Literatur und alternativen Trainingsansätzen oder Reitweisen. Es lohnt sich immer auch mal neues auszuprobieren und sich dem zu öffnen. Es kann einen nur bereichern!